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Bei den deutschen Meisterschaften am Nürburgring 27./28. Feb. war der Judo-Club Langenfeld gleich mit drei Aktiven am Start. Merle Grigo und Joris Kuger als Kämpfer sowie Michael Stutz, der als Bundeskampfrichter eingesetzt war und aufgrund seiner hervorragenden Kampfrichterleistungen über beide Tage den Endkampf der Gewichtsklasse bis 50 kg als Hauptkampfrichter leiten durfte.
Am Samstag musste zunächst Merle auf die Matte. Sie hatte sich zwei Wochen zuvor bei den Westdeutschen Meisterschaften in Holzwickede mit dem Vizemeistertitel die Fahrkarte zu den deutschen Titelkämpfen gesichert.
In ihrem Auftaktkampf gegen Fabienne Binder aus Neuwied ging sie schnell mit einem halben Punkt für einen Schulterwurf in Führung. Für einen Innenschenkelwurf gab es dann einen vollen Punkt, was den vorzeitigen Sieg für Merle bedeutete. Ihre nächste Gegnerin, Judy Brandt aus Frankfurt an der Oder, konnte den Kampf bis kurz vor Schluss offen halten. Dann kam Merle auch hier mit einem Schulterwurf zu einer kleinen Wertung, ging sofort zum Bodenkampf über und nahm ihre Gegnerin in einen Haltegriff, aus dem es kein Entrinnen gab. Im Halbfinale besiegte die Langenfelder Kämpferin Maile Sommer aus Württemberg wieder souverän nach kurzer Kampfzeit durch Innenschenkelwurf mit anschließendem Haltegriff. Im Finale stand sie Anne-Sophie Schmidt aus Berlin gegenüber. Hier ging Merle etwas übermotiviert zur Sache und lief Ihrer Gegnerin zweimal in einen Schulterwurf, was Platz zwei für Sie bedeutete.
Damit erkämpfte sich die erst 13 jährige Schülerin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums gleich in ihrem ersten Jahr bei den Frauen der Altersklasse unter 17 Jahren die Silbermedaille in der Gewichtsklasse bis 40 kg. Dies ist der bisher größte Erfolg in ihrer noch jungen Laufbahn als Judokämpferin. Als Belohnung für diese tolle Leistung ist Merle nun von der Bundestrainerin für das internationale Turnier mit anschließendem Trainingscamp in Bad Blankenburg im März nominiert.
Joris Kuger hatte sein Ticket zur deutschen Meisterschaft mit dem Titelgewinn bei den Westdeutschen Meisterschaften gelöst. Er musste am Sonntag auf die Matte und war durch Merles Erfolg besonders motiviert. Der fünfzehnjährige Schüler des KAG kämpft in der Gewichtsklasse bis 60 kg.
In der ersten Runde siegte er nach kurzer Kampfzeit mit technischem KO durch zwei starke Hüftwürfe über Germain Redel aus Sachsen Anhalt. Auch in seinem zweiten Kampf, gegen Andreas Helbig aus Mecklenburg Vorpommern, kam Joris gleich mit einer tiefen Hüfttechnik zum vorzeitigen Erfolg. In Runde drei wurde die Aufgabe dann schon deutlich schwieriger. Simon Hilker hatte zuvor überraschend einen der Titelanwärter mit seiner starken großen Außensichel besiegt. Joris war also gewarnt und von Trainer Jens Kaiser gut auf die Technik eingestellt. Er führte den Kampf taktisch klug und ließ seinen Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Dieser musste zunächst eine Bestrafung wegen Passivität hinnehmen und wurde schließlich noch mit einem Schulterwurf von Joris voll erwischt. Nun ging es gegen den Süddeutschen Meister Jan Lorenz um den Einzug in das Finale. Wiederum ging Joris sehr konzentriert in den Kampf. Er wusste, die gefährlich tiefen Schulterwurfansätze seines Gegners zu verhindern und kam selbst zweimal mit dieser Technik durch. Mit diesem technischen KO sicherte er sich den Finaleinzug. Dort stand er dem Bonner Maxim Junghänel gegenüber, den er zwei Wochen zuvor bei der Westdeutschen Meisterschaft besiegen konnte. Dieser war nun auf die Revanche gegen Joris im Finale aus. Aber Joris war auch diesmal der Stärkere und warf Junghänel in der ersten Minute mit einer Außensichel auf die Matte, für die es einen halben Punkt gab. Diesen großen Vorsprung ließ sich Joris nicht mehr nehmen und hatte seinen Gegner mit einem Armhebel kurz vor Schluss fast noch zur Aufgabe zwingen können.
Auch für Joris bedeutet dieser Titel den bisherigen Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn. Er bestätigte damit die Berufung in den Nationalkader und seine Nominierung für den Europacup in Zagreb (Kroatien) am kommenden Wochenende und den Europacup in Tver (Russland) im April.
Die Verantwortlichen des JC Langenfeld gratulieren den beiden Wettkämpfern zu diesen herausragenden Leistungen und wünschen auch für die kommenden Aufgaben viel Erfolg und die nötige Portion Glück.