Herkunft und Geschichte der Kampfkunst Tai Chi Chuan

Tai Chi Chuan (Pinyin: Tai Ji Quan) entstammt den traditionellen Kampfkünsten Chinas (Wushu). Die verschiedenen Stile und Richtungen der Wushu lassen sich mehrheitlich auf das buddhistische Shaolin-Kloster und die daoistischen Mönche der Wudang Berge zurückführen.

Über die Wurzeln des Tai Chi gibt es widersprüchliche Angaben. Der Legende nach liegt der Ursprung des Tai Chi Chuan in den Wudang Bergen. Der Mönch Zhang Sanfeng soll die Prinzipien der inneren Kampfkünste, zu denen auch Tai Chi zählt, aus der Beobachtung eines Kampfes zwischen einem Kranich und einer Schlange abgeleitet haben. Da es sich bei Zhang Sanfeng jedoch um eine legendäre Gestalt handelt, gibt es keine gesicherten Nachweise zur Herkunft aus den Wudang Bergen.

Mitte des 16. Jahrhunderts gibt es erste schriftliche Aufzeichnungen mit Hinweisen auf Tai Chi-Techniken. Im 17. Jahrhundert wurde der Chen-Stil aus vorhandenen Kampfkünsten, Elementen des Daoismus und des Qigong entwickelt. Im Lauf der Zeit entstanden eine Reihe unterschiedlicher Familien-Stile. Die bekanntesten Tai Chi-Stile, neben dem Chen-Stil, sind der Yang- und der (südliche) Wu-Stil.

Tai Chi - eine Kampfkunst für die Gesundheit

Das Besondere an der Kampfkunst Tai Chi Chuan ist, dass schon bei ihrer Entwicklung Elemente aus der chinesischen Philosophie (Daoismus) und der chinesischen Medizin (Qigong) eingeflossen sind. Aus diesem Grund wird Tai Chi nicht nur den Kampfkünsten, sondern auch den gesundheitsfördernden Bewegungen des Qigong zugeordnet.

Bei den „Übungen in Bewegung“ Tai Chi und Qigong spielt das Konzept der Regulierung des Qi-Flusses (= Fluss der Lebensenergie) eine wichtige Rolle. Die körperlichen Übungen sollen zu einer besseren Wahrnehmung des Qi und damit letztlich zu einer Verbesserung des Qi-Flusses führen. Die Einheit von Körper und Geist in der Bewegung soll die äußere und innere Kraft stärken.

Tai Chi und Traditionelle Chinesische Medizin

Die „Übungen in Bewegung“ gehören neben Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Tuina und Diäthetik zu den therapeutischen Verfahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Im ganzheitlichen Gesundheitsverständnis der TCM entstehen Krankheiten durch Ungleichgewichte der Energien im Körper. Dieses Ungleichgewicht kann durch äußere Faktoren wie Wind oder Kälte sowie innere Faktoren wie Angst oder Stress hervorgerufen werden.

Da der Präventionsgedanke wichtig ist, sollen die therapeutischen Verfahren regulierend auf den Qi-Fluss im Körper wirken und so der Entstehung von Krankheiten vorbeugen. Viele der gesundheitsfördernden Aspekte, z. B. bei Herz-Kreislauferkrankungen, Rücken- und Gelenkproblemen sowie chronischen Muskelverspannungen, konnten mittlerweile wissenschaftlich belegt werden.

Bei den „Übungen in Bewegung“ sind aus Sicht der TCM die Koordination von körperlichen Bewegungen, Atmung und Geist wesentlich. Aufgrund der meditativen Elemente von Tai Chi und Qigong werden die Bewegungskünste auch als „Meditation in Bewegung“ bezeichnet.

Tai Chi beim Judo-Club Langenfeld

Beim Judo-Club Langenfeld werden die kurze („Peking-Form“) und die lange Form des modifizierten „Yang-Stils“ unterrichtet. Diese Formen bestehen aus langsamen fließenden Bewegungen. Da Tai Chi auch der Kampfkunst zugeordnet wird, gibt es beim JCL auch Anwendungsbeispiele zur Selbstverteidigung.

 



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